Wärme ist kein Marketinggegenstand

Nähe trifft Freiheit - der Titel der hirn­ge­frie­ren­den Idee, man müs­se Düsseldorf nur ein neu­es Marketingimage ver­schaf­fen, dann stün­de die Stadt bes­ser da. Wie kommt man nur dar­auf, so et­was zu glau­ben? Wenige Tage nach­dem die Stadt sich mit ih­rer Aktion ei­nem aus­ru­hen­den Senioren für sein Sitzen in ei­nem Bushäuschen ein Strafmandat zu ver­pas­sen, mei­nen Marketingfuzzis, es sei noch nicht nach drau­ßen ge­langt, wie herz­lich Düsseldorf doch wä­re. Das Düsseldorfer auch so emp­fän­den. Wirklich? Hat man da mit den Richtigen ge­spro­chen? Den Geringverdienern, die in Düsseldorf ar­bei­ten, sich aber die Miete kaum noch leis­ten kön­nen. Denjenigen, die al­le Mietmisstände er­tra­gen, in der Angst, kei­ne al­ter­na­ti­ve Wohnung in der Umgebung mehr zu be­kom­men, weil die Mieten so stei­gen, dass auch Rumpelbuden au­gen­brau­en­hoch­zie­hen­de Preise er­klim­men?
Düsseldorf ist kei­ne be­son­de­re Großstadt. Sie fun­kelt auch nicht, wie Henriette Reker es nett, aber un­zu­tref­fend for­mu­liert hat. Die uri­gen Geschichten über die Wesensart Düsseldorfs, sie sind an­ge­staubt. Man muss die Tour de France ein­kau­fen, weil man sich nur noch im Glanze Anderer als leuch­tend be­trach­ten kann.
Hier gibt es net­te, auf­ge­schlos­se­ne Menschen, kei­ne Frage. Aber die gibt es an­ders wo auch. Es gilt nach wie vor, was Manni Breuckmann mal mein­te, als er ge­fragt wur­de, ob er sich nach so vie­len Jahren in Düsseldorf noch als Westfale be­trach­te: “Düsseldorfer wirst du nicht.”
Das ist auch al­les nicht schlimm, nur lässt sich auf der tat­säch­li­chen Grundlage schon lan­ge kein Haus mehr bau­en. Man ver­grämt höchs­tens noch die Nachbarn und macht sich mit sol­chem Marketing lä­cher­lich, weil man vom Kopf her ste­hen in längst ver­gan­ge­nen Zeiten ste­hen­ge­blie­ben ist.

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Das Für Sie-Kochlexikon

Angestaubt - im wahrs­ten Sinne des Wortes - ist die­ser Schinken. Optisch wir­ken die Bilder nicht mehr ganz frisch und ir­gend­wie kom­men die Rezepte auch un­ge­mein alt­ba­cken da­her. Sowas liest man sonst nur noch auf un­ter­durch­schnitt­li­chen Rezeptinternetseiten. Vielleicht in­spi­riert es an­de­re mehr als uns.
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Jonathan Franzen - The Corrections

Ist schon et­was her, dass ich die­sen Schmöker ge­le­sen ha­be, aber in ei­nem Rutsch, das blieb mir in Erinnerung. Franzen muss man mö­gen, manch­mal ist er et­was lang­at­mig, aber die Darstellung des Elternpaares, de­ren Teilnehmer of­fen­sicht­lich ihr Leben lang an­ein­an­der vor­bei ge­lebt hat, bleibt in Erinnerung.

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