Campfire 2018

Vor dem Landtag fand in die­sem Jahr erst­ma­lig das Campfire von Correctiv und der Rheinischen Post in Düsseldorf statt, das als Veranstaltung für Journalisten und Interessierte an­ge­dacht war. Eine Mischung aus in­ter­es­san­ten Themen, in­ter­es­san­ten Teilnehmern, aber auch grenz­wer­ti­ger Anbiederung an be­stimm­te Firmen und Politikern, so­wie ei­ne Prise Angst vor kri­ti­scher Nachfrage, lässt sich das Ganze doch als ge­lun­ge­ne Veranstaltung be­zeich­nen.

Bei mei­nem Streifzuf über das Gelände schau­te ich mir zu­nächst ei­ne Veranstaltung zu Lokaljournalismus an, die lei­der au­ßer Durchhalteparolengelaber we­nig zu bie­ten hat­te. Das die­ser Bereich ei­ner­seits Kernstück klei­ne­rer Zeitungen ist, aber auch oft un­ge­liebt von Journalisten und Verlegern, wur­de deut­lich. Ist das Berichten von Schützenfesten wei­ter sinn­voll? Nicht der Sache nach, aber man trifft da Leute. Aha.

Gut be­sucht war et­wa die Gesprächsrunde mit Facebook-Manager Guido Bülow.” Also ich war da im Klickzelt und et­wa 10 an­de­re. Bei an­geb­li­chen 11.000 Zuschauern fin­de ich “gut be­sucht” et­was hoch ge­grif­fen. Die Stimmung im Zelt kipp­te auch ir­gend­wann, denn Facebook hat schon in­zwi­schen ei­nen echt schlech­ten Ruf und der Vertreter hat es nicht hin­be­kom­men, ziel­grup­pen­ge­recht sich zu ver­kau­fen. Im Gegenteil gru­sel­te es ei­nen: Künftig soll­te man auf Facebook bes­ser Einträge ma­chen, die oft ge­li­ket wer­den, sonst wer­den die schlech­ter bei den Freunden ge­zeigt; teilt man ei­ne “Fake News” wird man dar­auf hin­ge­wie­sen, dass dem so sei - beim Erneuten Teilen ei­ner sol­chen wird der “Täter”, ja, äh, vor­ge­merkt oder so­was. Wenn das ein neu­es Netzwerk wä­re, wür­de sich da wohl kei­ner an­mel­den.

Einen ge­ra­de­zu in­spi­rie­ren­den, sehr an­schau­li­chen Vortrag zu sei­ner Werbefirma leg­te trotz die­ses Themas Olaf Peter-Kim hin. Der Firma geht es um die Möglichkeit, Internetnutzern das Anschauen von Werbeclips als Gegenleistung für ei­nen zu kon­su­mie­ren­den Artikel ei­ner Seite vor­zu­schla­gen. Ganz ge­schickt dringt man so in ei­ne Lücke, die der Markt durch­aus lässt: Für Werbung of­fe­ne Internetnutzer, de­nen das Abschalten ih­res Werbeblockers oder das Registrieren für ein Abonnement zu um­ständ­lich ist. Da zäh­le ich per­sön­lich nicht zu, aber dass an die­ser Stelle was mög­lich ist, se­he ich so­fort ein.

Ein wei­te­res ganz in­ter­es­san­tes Thema war das Blocken von so ge­nann­ten Hatern. Auf Twitter kann man Nutzer nach ei­ge­nem Ermessen blo­ckie­ren. Eine Vortragende mein­te, das wür­de sie per­sön­lich auch dau­ernd ma­chen. Das Ding ist nur: Loggt man sich nicht ein, kann man ein sper­ren­des Profil wei­ter­hin le­sen, au­ßer wenn es kom­plett für Nicht-Folgende ge­sperrt ist. Es bringt al­so eher we­nig, wes­we­gen auch Fefe mein­te, Blocken ver­stär­ke die Radikalisierung sol­cher Leute im Internet. Ich glau­be das im Grunde auch, denn mit dem Blockieren er­reicht man ei­gent­lich nicht, was man ha­ben möch­te, son­dern baut Fronten wei­ter auf.

Inhaltlich ist die Veranstaltung aus­bau­fä­hig, sie war aber für Besucher sehr nett.

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Promikochduell

Tja, da­mals in den 90ern ka­men die­se mo­der­nen Kochshows auf. Und da­mals war es so, dass im­mer au­ßer­ge­wöhn­li­che Rezepte vor­ge­stellt wor­den sind mit au­ßer­ge­wöhn­li­chen Zutaten, die man dann gar nicht erst nach­ge­kocht hat, weil man so­was Außerordentliches nicht im Küchenregal hat und nie­man­den da­mit be­ein­dru­cken konn­te.

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